Reisebeschreibung
Der Egerradweg (tschechisch Cyklostezka Ohře) folgt dem Verlauf der Eger von ihrer Quelle im Fichtelgebirge bis zu ihrer Mündung in die Elbe bei Litoměřice (Leitmeritz) in Tschechien und entlang der Elbe bis nach Pirna. Die rund 380 Kilometer lange Route führt durch abwechslungsreiche Landschaften – von den dichten Wäldern und Granitformationen des Fichtelgebirges über das sanft hügelige Egerland bis zu den Weinbergen Nordböhmens. Unterwegs laden historische Städte wie Cheb (Eger), Karlovy Vary (Karlsbad) und Litoměřice (Leitmeritz) zu kulturellen und kulinarischen Entdeckungen ein. Der Radweg verläuft überwiegend auf gut ausgebauten und beschilderten Wegen. Er ist größtenteils leicht bis mäßig anspruchsvoll, führt jedoch stellenweise auch über Forstwege – stets mit vielen Abschnitten entlang des Flusses und durch idyllische Natur.
Reiseablauf
1. Tag: individuelle Anreise nach Bischofsgrün
Bischofsgrün ist ein idyllisches kleines Dorf im oberfränkischen Fichtelgebirge, ein idealer Ausgangspunkt für eine Radreise auf dem Egerradweg unweit der Egerquelle.
Übernachtung in Bischofsgrün
2. Tag: Bischofsgrün - Egerquelle - Weißenstadt - Cheb (Eger) (ca. 65 km)
Sie starten auf dem Verbindungsweg von Bischofsgrün zur Egerquelle im Fichtelgebirge, am Südhang des Schneebergs – dem höchsten Berg Nordbayerns.
Von dort folgen Sie dem Egerradweg, tendenziell bergab über Weißensee und Marktleuthen. Üppige Landschaften und verschlafene kleine Ortschaften begleiten Sie entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs in Richtung tschechische Grenze. In Hohenberg an der Eger überqueren Sie die Grenze und radeln anschließend entlang des Egerstausees weiter in die historische Stadt Cheb (Eger), bekannt für ihre mittelalterliche Architektur und die wunderschöne Altstadt. Übernachtung in Cheb (Eger)
3. Tag: Cheb (Eger) - Karlovy Vary (Karlsbad) (ca. 60 km)
Diese malerische Etappe führt Sie durch die sanften Ausläufer des Erzgebirges und den beeindruckenden Kaiserwald. Zunächst radeln Sie von Cheb (Eger) nach Kynšperk nad Ohří (Königsberg), wo ein Besuch der traditionsreichen Brauerei ein absolutes Muss ist.
Weiter geht es in die charmante Stadt Sokolov, in der das prächtige Schloss und der historische Stadtkern zum Verweilen und Staunen einladen. Nur wenige Kilometer später erreichen Sie die mittelalterliche Stadt Loket, deren imposante Burg auf einem Felsvorsprung hoch über einer malerischen Flussschleife thront. Durch das idyllische Naturschutzgebiet Slavkovský les führt die Strecke schließlich in die berühmte Kurstadt Karlovy Vary (Karlsbad), bekannt für seine heilenden Thermalquellen und die grandiose Architektur. Übernachtung in Karlovy Vary (Karlsbad)
4. Tag: Karlovy Vary (Karlsbad) - Kadaň (ca. 50 km)
Auf dem Eger(Ohře)radweg geht es weiter in das nahegelegene Städtchen Ostrov, wo Sie auf ein prachtvoll restauriertes Schloss stoßen, das von einer weitläufigen Parkanlage umgeben ist.
Inmitten des Parks befindet sich das barocke Sommerschlösschen (Letohrádek), in dem eine Filiale der Karlsbader Kunstgalerie untergebracht ist. Der Weg schlängelt sich entlang der Eger, mit großartigen Ausblicken auf das Doupov-Gebirge. Sie erreichen das malerische Klášterec nad Ohří, das mit seinem auffälligen neogotischen Schloss in kräftigem Rot und einer beeindruckenden Porzellansammlung glänzt. Der Schlosspark im englischen Stil und das frühbarocke Sommerschloss mit seiner Sala terrena laden zum Verweilen ein. Der Radweg führt Sie wenig später zu Ihrem Etappenziel: die mittelalterliche Stadt Kadaň. Hier erwarten Sie die schmalste Gasse Tschechiens, die gut erhaltene Stadtbefestigung mit mächtigen Stadttoren und eine reiche Geschichte, die sich in den Klöstern und Kirchen widerspiegelt. Ein perfektes Ziel für Radfahrer, die sowohl Natur als auch Kultur erleben möchten. Übernachtung in Kadaň
5. Tag: Kadaň - Louny (ca. 55 km)
Sie verlassen Kadaň und fahren in Richtung des beeindruckenden Nechranice-Stausees, der mit seiner Weite besticht.
Weiter geht es ins Herz des berühmten böhmischen Hopfenanbaugebiets, das wegen seiner charakteristischen Hopfenfelder auch als „grünes Gold“ bekannt ist. Ein Highlight ist die Stadt Žatec, die als Hauptstadt des Hopfens gilt – hier lohnt sich ein Besuch im Hopfen- und Biermuseum, wo Sie mehr über die Tradition erfahren und ein heimisches Bier probieren können. Nach etwa 25 km auf dem Eger(Ohře)radweg erreichen Sie Louny, das schon von weitem mit den markanten Dächern der gotischen St.-Nikolaus-Kirche auf sich aufmerksam macht. Die Altstadt, umgeben von einer gut erhaltenen Stadtmauer, beeindruckt mit ihrem charmanten, hufeisenförmigen Layout und dem imposanten Saatzer Tor, das den Eintritt in diese historische Stadt markiert. Übernachtung in Louny
6. Tag: Louny - Litoměřice (Leitmeritz) (ca. 55 km)
Diese Etappe führt Sie durch die sanften Ausläufer des Zentralmassivs (Böhmisches Mittelgebirge) und entlang beeindruckender vulkanischer Kegel, die die Landschaft prägen.
Unterwegs kommen Sie an Terezín (Teresienstadt) vorbei, dessen bewegte Geschichte als Nazi-Ghetto während des Zweiten Weltkriegs einen düsteren Schatten auf die Region wirft. Ihr Ziel ist die Stadt Litoměřice (Leitmeritz), eine historische Bischofsstadt am Zusammenfluss von Eger und Elbe. Die gut erhaltene Altstadt mit dem gotischen Rathaus, Renaissance- und Barockhäusern sowie dem Stephansdom lädt zum Erkunden ein. Die mittelalterliche Stadtmauer und die besondere Atmosphäre machen Litoměřice zu einem perfekten Ziel Ihrer Radreise. Übernachtung in Litoměřice (Leitmeritz)
7. Tag: Litoměřice (Leitmeritz) – Dĕčin (Tetschen) (ca. 50 km)
Von Litomĕřice führt Sie der Elberadweg zunächst nach Ústí nad Labem/Aussig. Die Stadt liegt in der malerischen Hügellandschaft des Böhmischen Mittelgebirges. Bummeln Sie zur Burgruine Schreckenstein und genießen Sie den herrlichen Ausblick über das Elbtal.
Vorbei am Schloss Großpriesen fahren Sie nach Dĕčin. Hier führt Sie ein fast 300 Meter langer und von einer sieben Meter hohen Mauer eingefasster Weg, genannt der „Lange Ritt“, zum Schloss. Besichtigen Sie die Wohnräume des früheren Schlossbesitzers oder spazieren Sie durch den angrenzenden Rosengarten. Übernachtung in Dĕčin (Tetschen)
8. Tag: Dĕčin (Tetschen) – Pirna (ca. 45 km)
Sie verlassen Dĕčin, fahren über die Grenze nach Deutschland und weiter entlang der Elbe bis in den Kurort Bad Schandau. Schon bald sehen Sie die ersten Sandsteinfelsen und Tafelberge, die der Sächsischen Schweiz ihren einmaligen Charakter geben.
Fantastische Ausblicke begleiten Sie auf Ihrem Weg nach Pirna. Bummeln Sie hier durch die malerische historische Altstadt mit ihren aufwendig verzierten Bürgerhäusern und entdecken Sie dabei besondere Details wie den Teufels- und den Engelserker. Am Markt befindet sich zudem das Canalettohaus, das seinen Namen nach der Entstehung des Gemäldes „Der Marktplatz zu Pirna“ erhielt. Der sächsische Hofmaler Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, verewigte Pirna als einzige Kleinstadt überhaupt in seinen Werken. Zwischen 1753 und 1755 entstanden insgesamt elf große Stadtansichten. Übernachtung in Pirna
9. Tag: individuelle Abreise; Transferservice nach Bischofsgrün oder Verlängerung Ihres Aufenthalts bzw. Weiterfahrt nach Dresden auf Anfrage buchbar
individuelle Abreise



